die farbe des weizens

abends war ich laufen, ich sollte ein wenig trainieren für donnerstag, da werden ein freund und ich auf eine tour auf die hochalmspitze aufbrechen. zwar wird ein zeitlich so knapp angesetztes lauftraining nicht wirklich berge versetzen, aber trotzdem ...
ich laufe also hinaus in den nationalpark donau-auen. die straße wird zum weg und links von mir dehnen sich riesige getreidefelder ... ihre farbe geht vom grün schon langsam ins gelb über, und während ich den richtigen rhythmus längst gefunden habe und die gedanken frei fliegen können, während ich die schweren düfte der sträucher an wegrand einsauge und diese mir fast den atem nehmen, fallen mir plötzlich die zeilen wieder ein:

Und als die Stunde des Abschieds nahe war:
»Ach!« sagte der Fuchs, »ich werde weinen.«
»Das ist deine Schuld«, sagte der kleine Prinz, »ich wünschte dir nichts Übles, aber du hast gewollt, daß ich dich zähme...«
»Gewiß«, sagte der Fuchs.
»Aber nun wirst du weinen!« sagte der kleine Prinz.
»Bestimmt«, sagte der Fuchs.
»So hast du nichts gewonnen!«
»Ich habe«, sagte der Fuchs, »die Farbe des Weizens gewonnen.«
Dann fügte er hinzu:
»Geh die Rosen wieder anschauen. Du wirst begreifen, daß die deine einzig ist in der Welt.
Du wirst wiederkommen und mir adieu sagen, und ich werde dir ein Geheimnis schenken.«

ach saint-ex, wie müssen wir dir dankbar sein für deine bücher, vor allem dieses!

österreicherInnen wollen KHG

einer jungen umfrage zufolge zeigt sich der verdacht bestätigt, daß die österreicher eigentlich eh zufrieden mit ihrem KHG und seiner arbeit sind. na kloa.
der rechnungshof verweigert eine prüfung in sachen KHG-homepage und fordert klare richtlinien für regierungs-pr.
schaun sie, das ist alles sehr kompliziert ...
traaalalala

chello ärger

anscheinend haben die chello-leute wieder mal technische probleme. ich glaube allerdings kein wort davon, denn ich wohne im 22; und habe seit einer woche auch diese ausfälle. das hier scheint jedenfalls eine lüge zu sein, wie immer.
vor etwa einem monat ging bei mir von einer minute auf die andere nichts mehr. ich bootete neu, überprüfte alle einstellungen, nix zu finden. nach stunden des wartens rief ich mal an bei denen, und nach 10min tonbandhören hebt dann auch jemand ab. ach ja, mit dem IE 6 und XP geht der automatische IP nummern bezug nicht mehr. damits wieder geht müssen sie bitte folgendes hier und dort eintragen ... gut, hab ich gemacht, und hat dann geklappt. aber vorher hab ich monatelang mit genau dem selben browser keine probleme gehabt mit dem automatischen IP nummern bezug ... so what?
und was, wenn ich nicht angerufen hätte? woher hätte ich gewußt, daß nicht ich an diesem ausfall schuld bin? diese fa. ist ein unfaßbarer chaoshaufen...

terror oder demokratie

im hörfunk des SWR2 eine sendung, die sich mit der doppelbödigkeit des amerikanischen kampfes gegen den terrorismus auseinandersetzt.

neue pässe

ich fühle mich sehr unwohl, wenn wir jetzt neue pässe anfertigen lassen müssen, weil wir den USA gefallen möchten. blechen müssen es wir selbst, wir dummes dummes wählervolk, und der griff nach der freiheit des einzelnen wird wieder einen grad härter. und es ist nichts, nichts dagegen zu machen.

update 22.6.03 22.11h:
strassers geschmack ist der hier

Holzfällen 10

"...und ich lief durch die Gassen, als wäre ich einem Alptraum davongelaufen, schneller und schneller in die Innere Stadt hinein und ich wußte, während ich lief, nicht, warum in die Innere Stadt hinein, während ich doch genau in die der Inneren Stadt entgegengesetzte Richtung hätte laufen sollen, wenn ich nachhause wollte, aber wahrscheinlich wollte ich jetzt gar nicht nachhause und ich sagte mir, wäre ich doch auch diesen Winter in London geblieben und es war vier Uhr früh und ich lief in die Innere Stadt hinein, obwohl ich nachhause hätte laufen sollen und sagte mir, daß ich unter allen Umständen in London hätte bleiben sollen und lief in die Innere Stadt hinein, ohne zu wissen, warum in die Innere Stadt und nicht nachhause und sagte mir, daß mir London immer Glück, Wien aber immer nur Unglück gebracht hat und ich lief und lief und lief, wie wenn ich jetzt in den Achtzigerjahren nocheinmal den Fünfzigerjahren davon liefe in die Achtzigerjahre hinein, in diese gefährlichen und hilflosen und stumpfsinnigen Achtzigerjahre hinein und ich dachte wieder, daß ich, anstatt auf dieses abgeschmackte künstlerische Abendessen zu gehen, lieber in meinem Gogol oder in meinem Pascal oder in meinem Montaigne hätte lesen sollen und ich dachte, während ich lief, daß ich dem auersbergerischen Alptraum davon laufe und lief tatsächlich mit immer größerer Energie diesem auersbergerischen Alptraum davon in die Innere Stadt und dachte während des Laufens, daß diese Stadt, durch die ich laufe, so entsetzlich ich sie immer empfinde, immer empfunden habe, für mich doch die beste Stadt ist, dieses verhaßte, mir immer verhaßt gewesene Wien, mir aufeinmal jetzt wieder doch das beste, mein bestes Wien ist und daß diese Menschen, die ich immer gehaßt habe und die ich hasse und die ich immer hassen werde, doch die besten Menschen sind, daß ich sie hasse, aber daß sie rührend sind, daß ich Wien hasse und daß es doch rührend ist, daß ich diese Menschen verfluche und doch lieben muß und daß ich dieses Wien hasse und doch lieben muß und ich dachte, während ich schon durch die Innere Stadt lief, daß diese Stadt doch meine Stadt ist und immer meine Stadt sein wird und daß diese Menschen meine Menschen sind und immer meine Menschen sein werden und ich lief und lief und dachte, daß ich, wie allem Fürchterlichen, auch diesem fürchterlichen sogenannten künstlerische Abendessen in der Gentzgasse entkommen bin und daß ich über dieses sogenannte künstlerische Abendessen in der Gentzgasse schreiben werde, ohne zu wissen, was, ganz einfach etwas darüber schreiben werde und ich lief und lief und dachte, ich werde sofort über dieses sogenannte künstlerische Abendessen in der Gentzgasse schreiben, egal was, nur gleich und sofort über dieses künstlerische Abendessen in der Gentzgasse schreiben, sofort, dachte ich, gleich immer wieder, durch die Innere Stadt laufend, gleich und sofort und gleich und gleich, bevor es zu spät ist."
(Th.B.)

Holzfällen 9

" ..., wie hasse ich im Grunde solche Gesellschaften, die es nur darauf abgesehen haben, alles das, was mir etwas bedeutet, herunterzumachen, tatsächlich alles, das mir immer etwas wert gewesen ist, in den Schmutz zu ziehen, wo doch doch nur mein Name und die Tatsache, daß ich Burgschauspieler bin, ausgenützt werden und wie sehne ich mich in Wirklichkeit nicht einmal so sehr nach Ruhe, als nach dem tatsächlichen Inruhegelassenwerden. Ja, habe ich mir immer gedacht, wenn ich als ein Anderer, als der ich schließlich bin, geboren worden wäre, und überhaupt ein ganz Anderer geworden wäre, als der, der ich schließlich geworden bin, wenn ich doch endlich ein Inruhegelassener geworden wäre. Aber dazu hätte ich nicht von meinen, sondern von ganz anderen Eltern geboren werden und ich hätte in ganz anderen Verhältnissen aufwachsen müssen, in der freien Natur, wie ich es immer gewünscht habe, nicht in der eingesperrten, überhaupt in der Natur, nicht in der Künstlichkeit. Denn wir alle sind in der Künstlichkeit aufgewachsen, in dem heillosen Wahnsinn der Künstlichkeit, nicht nur ich, der ich zeitlebens darunter gelitten habe, sagte der Burgschauspieler aufeinmal, alle hier, sagte er, und er drehte sich nach Jeannie um und sagte zu ihr, auch Sie, meine Liebe, die Sie mich mit Ihrem Haß verfolgen und mich verachten."

(...)

"In den Wald gehen, tief in den Wald hinein, sagte der Burgschauspieler, sich gänzlich dem Wald überlassen, das ist es immer gewesen, der Gedanke, nichts anderes als selbst Natur zu sein. Wald, Hochwald, Holzfällen, das ist es immer gewesen, sagte er plötzlich sehr aufgebracht und wollte endgültig gehen.
(Th. B.)

die lösung aller probleme

ist mir soeben beim wasserwechsel des aquariums eingefallen:

eine VERPFLICHTENDE PSYCHOTHERAPIE für alle politiker, die im parlament sitzen (nationalratsabgeordnete) und/oder hohe und höchste ämter im staat besetzen. und zwar nach freud sigi.
diese muß aus privater tasche gezahlt werden, nicht nötig zu erwähnen.
zusätzlich hätte das eine selektive funktion, denn nur solche, die ernsthaft von diesem podest aus etwas für land und menschen tun wollen, tun sich das auch an. analog den notwendigen hürden, die die regierung für den universitätsbetrieb eingeführt hat und weiterführt.
je schneller das gesetz beschlossen und verabschiedet wird, umso besser!
die therapie würde den delinquenten helfen, sich über ihre eigenen denkstrukturen, motive, traumata und ggf. neurosen klarzuwerden, und damit hätten sie das rüstzeug, ihrem künftigen job verantwortungsvoll nachzugehen. leute wie jörg, khg, wolfi, bartenstein, morak, cap, voggenhuber, klestil, haupt, bleckmann, molterer und gehrer hätten wirklich sehr viel davon, das kann ich ohne weiteres sagen.

berlusconi immun

was berlusconi jetzt erreicht hat, ist ein sehr alarmierender schritt in die falsche richtung. hier nachzulesen.
jetzt können mit diesem präzedenzfall ganz legal schwer korrupte betrüger die höchsten ämter in einem europäischen land innehaben, ohne in ihrem dreckigen handwerk behindert zu werden.
was ist nur los mit uns in europa! warum muß denn alles immer schlechter werden, und niemals besser. es ist schon zum verzweifeln.

ad thomas bernhard

eine interessante reflexion herrn pfabigans zu thema bernhard-biographien habe ich auf der österreichischen literaturhaus-site gefunden. den interessierten darf sie nicht vorenthalten sein.
(Gitta Honegger: "Thomas Bernhard. The Making of an Austrian." New Haven and London: Yale University Press 2001)

römerquelle belebt sie sinne

die dreifachbödigen römerquelle-plakate, die wir täglich zu sehen gezwungen werden, lassen an groteske nichts zu wünschen übrig:
jüngling ohne hemd kniet gestellt-lasziv vor einem weißen klavier, das udo jürgens gehören könnte - wären nicht weintrauben, obst und mineralwasser oben aufgetürmt um auf die unglaubliche sinnlichkeit des sets hinzuweisen. seinen rechten arm hat er hoch erhoben, die hand hält eine wasserfalsche, aus der er das jopperlwasser von oben runterplätschern lässt. dem tuss erregt das sehr, er steht im bikinihöschen davor und kanns nicht fassen. und jetzt kommts: ein dunkelhäutiger mit animalischer mimik und ebensolchen habitus (sklaven-klischee) versucht sichtlich erregt anteil zu nehmen an der ekstase der beiden, indem er dem tuss in a-tergo-stellung von hinten näher kommt.
es gibt menschen, die kaufen das mineralwasser wirklich wegen dieser plakate.

update 19.6.03, 13.10h: das plakat ..

rq21

handke: zum letzten mal öffentlicher idiot

anläßlich seiner verleihung des ehrendoktors der uni salzburg tönt handke sehr emotional befreit.
ob man in diesem land früher oder später wirklich nur voll haß und verbitterung gegen die medien (= kulturinstitutionen) sein kann? oder ist das nur die folge des alkoholismus? auch th. bernhard hat dem wein sehr zugesprochen ..

für grönemeyer

Sonnenzeit
(für H. Grönemeyer)


Sonnenzeit: ein Meisterwort, das
erst erklang an blauem Ort und
lang so still, viel weiter fort
warst du, als Mensch dich sucht
in Aschenwelten leer von Blut, von
Stimmen, Puls und Lebenswut.

Baust wieder Träume auf den Sand
so zwischen Ebbe, Tag und Flut
ist weiter nichts als Tand - den Mut
aber, die Kraft in deinem Lied, die
hören wir und haben: Sonnenzeit.
Du Mensch, du hast gefehlt.


(23.9.2002)

volksbegehren gegen atomkraft in der EU

das volksbegehren gegen atomkraft, von greenpeace initiiert, hat zwar die schwelle erreicht, nach der es im parlament "behandelt" werden muß, aber dennoch war es ein enttäuschendes ergebnis.
warum unterschreiben weniger menschen als erwartet?
die antwort ist einfach:
wir erleben seit vielen jahren, daß es keinen effekt hat, bei volksbegehren zu unterschreiben. das UNO-konferenzzentrum wurde trotz großer beteiligung gebaut, das anti-gentechnik VB blieb vollkommen wirkungslos und die abfangjäger werden gekauft, egal, was die bevölkerung denkt. auch das temelin-VB der fpö verlief im sand.
das nahezu einzige instrument der direkten demokratie, das volksbegehren, ist tot.
die österreichische politik hat sich immer darüber hinweggesetzt, das bewirkt eine frustration bei den stimmberechtigten. man geht nicht mehr hin. wozu auch. verarschen kann ich mich selbst.

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oh ja
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Corona und 2020
Das Erschreckende an der Corona-Thematik sind die Medien(!!),...
ferromonte - 5. Mär, 08:14

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