fendrich

rückt sich in die nachbarschaft von van gogh und mozart. wenn er sich da nicht gewaltig vergreift. bei aller sympathie ... sorry raini.
mit diesem (A)TV-interview mit dem vampirähnlich aussehenden oberprolo chmelar, beide fix und foxi, hat er für sein image nichts gutes getan. selbst wenn er authentisch rüberkommt, und man trotzdem nicht genau weiß, was sich wirklich abgespielt hat. es ist keine gute idee, sich mit chmelar hinzusetzen, zu saufen und falco-interviews zu geben, bei denen man über seine eigenen songtexte vor rührung heult. raini, da sehen mehr leute zu als bei einem konzert.
und sich mit mozart, bach und vincent zu vergleichen.
eine frechheit diesen echten genies gegenüber.

edit 12.1. 5:18h:
möglicherweise sehen aber unsere genies heute so aus

verrückt

ver-rückte finden sich immer wieder in der u-bahn. gestern war es aber anders. junger mann, etwa 27 geschätzt, setzt sich in aufgeregtem zustand in den nachbar 4er, unverständliches murmelnd, aber der emotionale druck war sofort für den ganzen waggon spürbar.
hatte große glänzende augen, gesichtsfarbe leicht errötet, gestylt auf jugendlicher rebell mit verstrubbelten haar, das aber sorgfältig so auszusehen hatte. ihm gegenüber ein altes ehepaar, etwa 70 jahre alt. sie sahen gleichgültig vor sich hin, wie fast alle im waggon: es war 21.30h, die meisten müde, und das öffi-gefühl ist ja meist ausdruckslos und maskenstarr .. was den jüngling noch wütender machte. er versuchte eine rede zu halten, über persönlichkeit, daß es früher mal sowas gegeben habe, hier aber seien doch nur trotteln und arschlöcher. ich hatte den cd-player auf den ohren und hörte nur seine lauteren sätze. sah die venen an seinem hals und seiner stirne anschwellen und hervorstreten, und musste ob der komik der situation grinsen. was ihn noch weiter reizte. er schrie mich von der seite her an, ich hörte seine standard-worte "trottel" und "arschloch", und musste dummerweise fast laut lachen. er sprang auf, und ich dachte jetzt wird er handgreiflich, aber er schrie fast unter tränen: "glaubts ihr des macht mir spaß? was soll i denn machen? ihr bringts mich alle um, ihr arschlöcher. glaubts ihr das ist für mich lustig?"
beim nächsten stop stieg er aus, noch einmal dem ganzen waggon seine schimpfworte zurufend.

ich versuchte dann, mich in seine lage zu versetzen. wie aufgebracht muß er sein, um diese show zu liefern? aber was weiß ich von seinem leben, seiner herkunft, seiner familie und seinen freunden?
was bedeutet die steigende anzahl gemütskranker menschen, die sich der öffentlichkeit zeigen? die zu hause gebliebenen sind noch gar nicht dabei.

blogs und literatur: rainald goetz

Er veröffentlichte Einkaufszettel, literarische Traktate, Tagesberichte, Korrespondenzen, Gedanken, Inventarien - eben all das, was am Schluß einer literarischen Tätigkeit vom Endprodukt abfällt. Insofern meint „Abfall“ das Nicht-Literarische, das Un-Gekünstelte, das zwar für das Werk Zweitrangige, für den Künstler, den Schöpfer, jedoch Maßgebliche. Sein Internettagebuch ist aber weit mehr als bloß ein Sozialarchiv, eine Materialsammlung oder ein exhibitionistisches, mitteilungsfreudiges Stückwerk, und trotzdem um einiges verstörender als etwa George Perecs „Versuch einer Bestandsaufnahme aller flüssigen und festen Nahrhungsmittel, die ich im Verlauf des Jahres 1974 hinuntergschlungen habe“. Denn im Zentrum der Lebensabschrift steht immer der Künstler, der Autor, das authentische Ich.
was goetz betrifft, findet sich hier eine möglichkeit seine bücher zu "verstehen".
gefunden via kinomu

Nach eigenem Bekunden besteht Goetz zu 90 Prozent aus Haß und kann nicht trennen zwischen Literatur und Leben. In jeder Situation führt Goetz Protokoll, kein Freund oder Bekannter weiß, was er demnächst wieder über sie schreiben wird. Goetz: „Mein Lebensideal ist so völlig klar, und zwar wirklich ewig schon, und es ist megasimpel: alles für den Text, aus der richtigen Verbindung von Leben und Arbeit heraus. Wie ich sie zum Beispiel von den besten Nachtleben-Aktivisten her kenne.“

jetzt frage ich mich, ob dieses enorme ausmaß an haß etwas mit dem fehlen der fähigkeit, literatur und leben auseinanderzuhalten, zu tun hat.

ins gras beißen

"Mein Freund, so wie sie reden, werden sie einmal ganz plötzlich ins Gras beißen" (aus einem franz. film)

arbeitstag

wirklich nett, die leute wieder zu sehen bei der arbeit, nach den weihnachtsfeiertagen ... das schönste daran: sie sind nicht dumm, allesamt, und sie haben humor.
da kommt freude auf, um mit hinterberger zu sprechen.

das leben hinter den kulissen

es gibt tage, da sehe ich unendliche kausale ketten, an denen schlußendlich etwas vor meinen augen hier liegt:
der ölhafen in der lobau (wo kommt das öl her, wie und von wem wurde es gefördert?), kleider in billiggeschäfts-ketten, bestimmte turnschuhe (klischees ...), bestimmte produkten oder trends - und ich sehe unser leben, wie es aufgebaut und organisiert ist als etwas, an dem wir nicht teilnehmen können, ohne uns mitschuldig an irgendeinem verbrechen zu machen. ich weiß, daß das stimmt, und ich weiß auch, daß man mit diesem bewußtsein ununterbrochen nicht leben kann.
mitten in dieser stimmung hinein schlägt eine sendung auf 3sat, die genau den nerv trifft.

mein gott, was ist mit uns menschen bloß los. wie krank und gestört sind wir denn, und was für ignoranten und roboter? wir können nur leben, indem wir uns als nicht verantwortlich für all diese sachen definieren und uns lediglich für unseren kleinen radius und unser home und castle verantwortlich fühlen.
und doch werde ich morgen aufstehen und meine sachen machen und vergessen, was los ist in den ländern der erde, werde nicht an die uns routinemässig belügenden politiker denken, die sich ihre taschen mit unserem geld vollstopfen und ihren freunde gutbezahlte posten verschaffen. ich werde ein- und ausatmen und auf den schnee blicken und denken wie schön er doch ist, werde an die schönen weihnachtstage denken, die ich erleben durfte. ich werde mich in gute kontruktive gedanken und optimistische szenarien flüchten, meine phantasie für die gebete des utopisten verwenden und abends schlafen gehen und möglicherweise zufrieden sein mit meiner kleinen lächerlichen welt, die doch nur ein spiegel der welt ist, wie ich sie mache, träume, erschaffe ...

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